Alexander von Humboldt

Speisen wie die Matrosen

Hotel- und Gastronomieschiff Alexander von Humboldt | Foto: Lothar Bienkowski
Hotel- und Gastronomieschiff Alexander von Humboldt | Foto: Lothar Bienkowski

Als Werbeschiff für Beck’s erlangte die Bark internationale Aufmerksamkeit. Heute steht die Alexander von Humboldt als Hotel- und Gastronomieschiff in Bremen. Das lockt nicht nur Touristen, sondern auch eingefleischte Bremer an Deck.

Die heutige Bark wurde 1906 auf der Bremer Werft ‘AG Weser’ zunächst als Feuerschiff gebaut. Das typische Grün des Rumpfes ist die traditionelle Farbe der berühmten Bremerhavener Rickmers-Segler und zusammen mit den grünen Segeln das Markenzeichen der Alexander von Humboldt. Seit ihrer Taufe als ‘Alexander von Humboldt’ hat das Schiff über 500.000 Seemeilen zurückge­legt, ist zwölf Mal über den Atlantik gesegelt und hat zweimal das Kap Hoorn umrundet. Seit 2015 steht die Bark der Öffentlichkeit für Übernachtungen und Veranstaltungen zur Verfügung und seit 2016 liegt sie dauerhaft an der Schlachte in Bremen.

Die ‘Blaue Lagune’ wurde komplett im ursprünglichen Stil erhalten und gilt als Reich des Kapitäns und gleichzeitig als Herzstück des Schiffes. Im unteren Bereich befinden sich neun moderne Doppelbettkabinen und fünf Vierbettkabinen mit eigenem Bad und WC, die für einen einzigartigen Aufenthalt in der Hansestadt sorgen.
Das Restaurant erstreckt sich über drei zentrale Messen, in denen bereits zur aktiven Segelschiffszeit gespeist und gefeiert wurde. Bei schönem Wetter kann ideal auf dem Deck und auf der angrenzenden Terrasse gespeist und entspannt werden.

Meine Begleitung und ich betreten das Schiff. Nach einem kurzen Rundgang über das Deck, begeben wir uns in den Innenraum, wir werden sehr freundlich begrüßt und suchen uns einen Platz. Optisch ist alles an die Erkennungsfarbe der Alexander von Humboldt angepasst. Die langen Tische sind mit grünen Servietten dekoriert und auch die Polster der Bänke sind grün. Der Boden und die Wände sind in einem dunklen Braun gehalten und machen einen relativ neuen Eindruck, ohne den Seemanns­charme verblassen zu lassen.
Die monatlich wechselnde Speisekarte soll uns mitnehmen auf eine Reise um die Welt. So werden Speisen aus der Region sowie aus der ganzen Welt serviert. Zusätzlich wird jeden Tag ein wechselnder Mittagstisch für 9,90 Euro inklusive einem 0,2l Softgetränk oder einem Espresso angeboten und für die Gäste gibt es eine kleine Auswahl an Kaffee und Kuchen. Zum Feierabend wird der Cocktail des Tages gemixt, ein frisches Bier gezapft oder ein Wein aus der wechselnden Weinkarte serviert.

Meine Begleitung entscheidet sich für den Mittagstisch: Pasta mit Gemüse in Knoblauchöl mit gebratenen Streifen vom Steinbeißer, dazu eine Bluna Zitrone und einen Kaffee. Ich bestelle das Chili con Carne ‘vom Smutje’ mit frischem Oliven-Ciabatta, dazu eine Afri, zuckerfrei.

Auf die Speisen müssen wir nicht lange warten. Meine Begleitung erhält eine bunte Pasta mit Auberginen und Champignons als Gemüse, garniert mit einer Scheibe Zitrone und einer Scheibe Limette. Mein Chili kommt in einer Schüssel und ist mit Petersilie verfeinert. Optisch sieht alles sehr frisch aus und auch geschmacklich kann die Frische bestehen. Lediglich das versprochene Oliven-Ciabatta sieht eher wie normales Weißbrot aus. Das Chili ist angenehm scharf, deftig im Geschmack und in Kombination mit dem Brot sehr lecker. Die Pasta ist gut durch und die Auberginen gut gewürzt. Auch der Steinbeißer lässt sich gut herausschmecken und geht in der Pasta nicht unter.
Für zwei Speisen, zwei 0,2l Getränke und einen Kaffee haben wir 23,60 Euro bezahlt. Gleichzeitig wurden wir mit stimmungsvoller Musik zur Seefahrt aus den Lautsprechern unterhalten und bekamen das Gefühl einer außergewöhnlichen Schiffsreise gratis dazu.
Lorena Herrmann

Alexander von Humboldt – Das Schiff, Schlachte 1a – Martinianleger, Fon: 0421 – 380 39 699, täglich warme Küche von 11.30 Uhr bis 21.30 Uhr

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