Algiers sind und waren immer eine höchst politische Band: Schon die Namensgebung verweist als Metapher auf den historischen Ausdruck und Ort eines post-kolonialen Widerstands gegen das damals herrschende System der Unterdrückung.

Für seine offizielle Gründung vor 11 Jahren hat sich das Quartett als poltisches Statement gar von den US-Südstaaten ins ferne London begeben, obwohl die Musiker schon seit frühen Jugendzeiten gemeinsam in Atlanta lärmten und ihren dystopischen Postpunk entwarfen. Lediglich Ex-Bloc Party-Schlagzeuger Matt Tong stieß erst nach dem gleichnamigen Debüt von 2015 zu dem Trio, das sich zuvor die Percussion-Parts aufteilte.

Auch auf dem Zweitwerk ‘The Underside Of Power’ verbreiten Algiers wenig Hoffnung. Ein Licht am Ende des Tunnels scheint für die Band nicht sichtbar und wenn überhaupt in weiter Ferne. Das sind keine rosigen Aussichten, mit denen uns das musikalische Polit-Punk-Projekt verwöhnt, sondern explizit düstere Prognosen, die hier mit einer experimentellen Mischung aus Industrial, Blues, Gospel, Soul und Punk vor den Latz geknallt werden.
Thorsten Hengst

Am 14. Januar im Tower