Die Physiker

Eine studentische Initiative, die zum Meisterwerk wird

Die Physiker | Foto: Abdoulaye Diene
Die Physiker | Foto: Abdoulaye Diene

Seit 50 Jahren begeistert das Werk ‘Die Physiker’ von Friedrich Dürrenmatt das Publikum. Neben der Frage der Ethik in der Wissenschaft nimmt auch der Wahnsinn einen großen Raum ein. Die drei Insassen der Irrenanstalt, die sich als Newton, Einstein und Möbius ausgeben, reißen durch ihre Morde und Motive die Zuschauer einfach mit.

Doch was genau sind ‘Die Physiker’ nun? Für viele ist das Thema Physik und die Wissenschaftler, die sich damit beschäftigen, eher etwas, was ihren Alltag scheinbar kaum oder nicht berührt. Für Dürrenmatt ist es aber ein abenteuerliches Thema, eine fast absurde Geschichte.
Das ganze Spektakel findet in einer Irrenanstalt statt. Geleitet von den beiden Fräulein von Zahnd, beherbergt es die mehr oder weniger verrückten Physiker Möbius, Einstein und Newton, oder zumindest Menschen, die sich für diese Persönlichkeiten halten, sich als solche ausgeben – wer weiß das schon?
Einem der Männer, Johann Wilhelm Möbius, ist es gelungen, die sogenannte Weltformel zu entdecken, die demjenigen, der sie versteht, die Zusammenhänge der gesamten Welt offenbaren soll. Damit stehen sehr viel Macht, Reichtum und vielleicht sogar die Herrschaft über die Welt in Verbindung. Möbius selbst sieht es als sinnvoller an, die Formel versteckt zu halten. Und wo ginge das besser, als in einer Anstalt, in der es ihm ohnehin niemand glauben würde, selbst, wenn er die Formel auf einem Podest stehend verkünden würde? Zumindest dachte er so, jedoch spielen ihm mehrere Zwischenfälle nicht gerade in die Hände.
Der Tod einer Krankenschwester beispielsweise, den er selbst zu verantworten hat. Oder die Tatsache, dass seine beiden Physiker-Kollegen vielleicht nicht so unbeteiligt sind, wie sie gerne tun, sondern ihre ganz eigenen Prinzipien verfolgen. Und natürlich der Polizeiinspektor Voss, der nicht nur diesem, sondern auch einem vorangegangenem Mord auf die Schliche kommen will, dabei aber gar nicht weiß, wo er sich hinein manövriert.
Durchaus also eine Grundhandlung, die Raum für ein Theaterstück lässt. Und genau das wird das studentische Theaterensemble in den folgenden Aufführungen darstellen. Mit leichten Abwandlungen vom altbekannten Material, eigenen Interpretationsansätzen und einer Menge Fantasie. Doch die bunte Mischung der Charaktere mindert das keineswegs. Die Darsteller begleiten die Zuschauer direkt in ihr ganz persönliches Irrenhaus, das niemand unbeschadet wieder verlassen wird.
Was die Physik der Menschheit bietet und wie Menschen mit den Erfindungen umgehen sollen, sowie der Gedanke an etwaige potentiell negative Auswirkungen wissenschaftlicher Entdeckungen bilden das Kernmaterial dieses Stückes.
Adam Ewert, Abdoulaye Diene

Premiere am 15. Juni um 20 Uhr,
Theatersaal Universität Bremen