Restaurant MA

Von Pizza bis Superfood

Restaurant MA | Foto: L. Bienkowski
Restaurant MA | Foto: L. Bienkowski

„Wir wollen das Viertel an die Schlachte holen“, so stellte Gastronom Leonhard Burdekat sein Konzept vor der Eröffnung vor. Seit kurzem läuft das Lokal nun und bietet ‘MA was anderes’.

An der Schlachte zwischen dem Camarillo und dem Cafe & Bar Celona befindet sich das neue Restaurant. Hinter dem MA steckt neben Leonhard Burdekat die Celona Gastro GmbH. Davor befand sich in dem Haus das spanische Lokal ‘Bodega del Puerto’.
Die Promenade der Schlachte, an der sich so viele Restaurants und Kneipen aneinanderreihen, erweckt mit dem Blick auf das Wasser und die Palmen besonders bei Sonnenschein Urlaubsgefühle. Tische, die bis zum Wasser rausgestellt sind und Kissen, die die Stufen zur Weser zu Bänken umfunktionieren, ermöglichen auch Gästen des MA die erholsame Atmosphäre zu genießen. Wir setzen uns ebenfalls raus ans Wasser, obwohl die Innenräume des Lokals gleichermaßen ein absoluter Hingucker sind.

Thematisch nach Räumen geordnet, mit einem DIY-Stil ist die Inneneinrichtung eher ungewöhnlich. Helle Farben, ein bisschen rustikal und retro sowie viel Liebe zum Detail erwartet die Gäste. Gleich im Eingangsbereich befindet sich eine große Theke. Die erhöhten braunen Bänke, die an ein Diner erinnern, die Bücherregale an der Wand und die skurrilen Lampen aus Glasflaschen, laden zum Verweilen ein.

Nach hinten etwas tiefer gelegen erstreckt sich dann ein größer Gastraum, aufgeteilt in mehrere Bereiche, die alle Wohnräumen nachempfunden sind. Beispielsweise erinnert eine Ecke an ein Badezimmer – ein Sofa in Badewannenform, Fliesen und ein Wandspiegel. Auch der Retro-Herd, der als Theke für die offene Küche genutzt wird, ist ein richtiger Blickfang.
Bereits bei der Speisekarte fällt auf: Hier steckt ein ausgefeiltes Konzept dahinter. Nach dem Motto ‘Für Leib und Kehle’ werden fünf Mütter vorgestellt, die jeweils für einen Bereich der Gerichte repräsentativ sind. Beispielsweise steht die ‘freshe Mathila’ für Bowls, Salate und Stullen oder ‘die liebe Maria zaubert Pizza nach Familienrezept aus Neapel auf den Tisch’. Daher kommt auch der Name: Ma als Koseform von Mutter.

Die Auswahl ist groß und entspricht aktuellen Food-Trends: Bowls, ausgefallene Burger, Frozen Joghurt oder Pfannkuchen mit extravaganten Zutaten wie gesalzenem Karamell oder Granatapfelkernen. Aber nicht nur die Speisen, auch das Design der Karte ist gewollt modern mit scheinbar gekritzelten Zeichnungen und Sprüchen.
Günstige Angebote gibt es auch einige: an Werktagen bis 11.11 Uhr ein Frühstückskombiangebot für 11,11 Euro, den ‘flotten Mittagsdeal’ für 8,50 Euro von 12 bis 14 Uhr sowie täglich von 17 bis 19 Uhr zwei Gin Tonic mit Nüssen für 10 Euro oder eine ‘Happy Auah’ mit Cocktails von 4 bis 6 Euro, die ab 21.30 Uhr losgeht.

Wir entscheiden uns für den Mittagsdeal. Zur Auswahl steht entweder eine Pizza des Tages oder eine Bowl des Tages, jeweils mit Dessert und einem 0,2l Fritz-Getränk. „Bowl und Pizza ändern sich jeden Tag. Da wir vier verschiedene Bowls haben, gibt es dann alle vier Tage dieselbe. Bei Pizzen haben wir mehr und es gibt auch immer eine vegetarische Pizza-Variante für den Mittagsdeal“, erzählt Schichtleiter Patrick später.
Diesmal gibt es als Angebot des Tages die Buddha Bowl mit Süßkartoffelwürfeln, gekochtem Quinoa, Roter Bete, mariniertem Curly Kale (Grünkohl), Avocado und Rucola, dazu Rote-Bete-Vinaigrette und Hummus. Und als Pizza des Tages entweder Pizza mit Champignons oder Pizza Pulled Chicken mit Zwiebeln und dem selbstgemachten Pulled Chicken. Wir bestellen die Bowl und die nicht-vegetarische Pizza Variante sowie zwei Fritz Colas. Obwohl viele Tische besetzt sind, warten wir höchstens 15 Minuten auf das Essen.

Die auf Wunsch warme Bowl ist appetitlich angerichtet. Süßkartoffel, Rote Beete, Avocado und Quinoa liegen auf einem Bett von Rucola und dem marinierten Grünkohl und in der Mitte der Hummus. Die Rote-Beete-Vinaigrette wurde über allem verteilt. Geschmacklich bewegt sich das Essen zwischen einem leicht süßlichen bis säuerlichen und fruchtigen Geschmack. Besonders der Hummus tritt sehr positiv hervor, da er kräftig gewürzt ist. Die verschiedenen teilweise sehr unterschiedlichen Geschmacksrichtungen der Bestandteile passen gut zusammen und die Rote-Beete-Vinaigrette rundet das Ganze mit einer süßlich-sauren Würze ab. Der Grünkohl ist mir etwas zu säuerlich, steht allerdings dafür in einem guten Kontrast zu dem auf ihm liegenden Quinoa und den Süßkartoffeln. Die verschiedenen Zutaten scheinen alle guter Qualität und frisch zu sein: beispielsweise ist die Rote-Beete noch biss­fest und hat einen intensiven, leicht erdigen Geschmack. Auch alle andere Elemente kommen aromatisch stark zum Vorschein.

Die Pizza besteht aus einen knusprig-dünnen Teig und ist im Verhältnis vor allem reichlich an Zwiebeln und Pulled-Chicken belegt – eher weniger an Käse. Tomatensoße und Teig sind angenehm gesalzen und schmecken gut. Besonders schmackhaft ist vor allem das Pulled Chicken: Sehr zartes Hähnchenfleisch mit einer etwas süßlichen Marinade, die allerdings im Nachgeschmack auch würzig ist. Die Zwiebeln passen geschmacklich zwar gut dazu, allerdings dominieren sie leider den sehr feinen Geschmack des Hähnchens.

Zum Nachtisch bekommen wir eine Art Griespudding mit Schokoladensoße und Weintrauben. Die Mischung zwischen fruchtig, süß und herb ist sehr gut aufeinander abgestimmt und im Anschluss an Pizza und Bowl ein schöner Ausklang – eine positive Überraschung.
Der Service insgesamt war auch in Ordnung: freundlich, offen und nicht zu aufdringlich. Die Angestellten sind jung und duzen die Gäste – dadurch entsteht eine ungezwungene Stimmung.

Preislich ist der Mittagsdeal absolut zu empfehlen. Die Bowl, die sonst 11 kostet, für 8,50 Euro, zusammen mit einem 0,2l Getränke und dem Nachtisch, entspricht einem guten Preis-Leistungsverhältnis. Auch die Pizza allein kostet normalerweise 9 Euro, also ist auch hier ein Ersparnis. Die Portionen sind außerdem sättigend und für eine Mahlzeit genau richtig.

Insgesamt eignet sich das Restaurant MA also für Gäste, die gerne Neues probieren und keine Scheu vor ausgefallenen Superfoods haben. Außerdem werden hier die klassischen kulinarischen Sparten aufgelöst. Es gibt eine breite Auswahl von deftig bis gesund und das ganzheitliche Konzept passt sich den typischen Szene-Viertel-Trends an. Wie Burdekat angekündigt hat, wurde also wirklich ein Stück Viertel an die Schlachte gebracht.
LL